„Moore sind ein besonders sensibles Ökosystem“

Forstminister Alexander Bonde hat den Auftakt zur Moorrenaturierung in den Bodenmösern gegeben

 

Das Bodenmöser genannte Moorgebiet, das auf den Gemarkungen Isny und Argenbühl liegt, wird in Teilen im Rahmen des Projekts „Moore mit Stern“ renaturiert. Durch jahrzehntelangen Torfabbau und die damit verbundene Entwässerung wurde das Hochmoor in weiten Teilen geschädigt. Diese Entwicklung soll mit der Renaturierung gestoppt und umgekehrt werden. „Moore sind besonders spannende aber auch sensible Ökosysteme“, betonte Minister Bonde. Hochmoore sind wichtiger Lebensraum für viele Arten. Dem Artenschutz messe die Landesregierung große Bedeutung zu, „je mehr Glieder fehlen, desto mehr trifft es auch uns“, mahnte Bonde. Moore sind aber auch bedeutende Kohlenstoffspeicher. Trocknet ein Moor, wird der Kohlenstoff als schädliches Klimagas an die Umwelt abgegeben. Dass Moorschutz im Koalitionsvertrag verankert sei, „war ein wichtiges Signal für uns“, erklärte Uwe Prietzel, Landesgeschäftsführer des Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die Bodenmöser seien als „Hotspot der Biodiversität“ hervorragend für ein Moorschutzprojekt geeignet. Über das Programm „Moore mit Stern“ führt der NABU ab sofort zusammen mit dem Landesbetrieb ForstBW Naturschutzmaßnahmen in Teilen der Bodenmöser durch. Finanziert wird das Projekt durch eine Spende der Daimler AG.

Hochmoore haben keine Verbindung zum Grundwasser, sie werden nur vom Regenwasser gespeist. Damit das Wasser im Moor bleibt, müssen Entwässerungsgräben verstopft werden. Das geschieht in den Bodenmösern indem sie mit Torf oder ehemaligem Grabenaushub verfüllt werden. „Wir nehmen nur Material, das im Moor schon vorhanden ist“, erklärte Projektleiter Tom Kutter vom NABU. Bis in zwei oder drei Jahren werde man von den Arbeiten nichts mehr sehen. Der Forst als Projektpartner fällt die Fichten, die im vertrocknenden Moor gewachsen sind. Sie würden durch die Vernässung ohnehin absterben. Um einen Befall mit Borkenkäfern zu vermeiden, werden sie jetzt schon gefällt. „Sie gehören nicht in ein gesundes Moor“, sagte Kutter.

Minister Bonde nahm den Spatenstich für die erste Maßnahme auf Argenbühler Gemarkung in Gegenwart der Bürgermeister Rainer Magenreuter (Isny) und Roland Sauter (Argenbühl), Vertretern des NABU und von ForstBW und weiterer örtlicher Akteure mit der Baggerschaufel vor. Kutter lobte die gute Zusammenarbeit mit den beiden Gemeinden. „Wir freuen uns über die Aufwertung, die die Bodenmöser mit der Renaturierung erfahren“, sagte Bürgermeister Magenreuter.