Radverkehrskonzept für sicheres Radfahren und sicheren Schulweg

2013 ist vom Gemeinderat ein Radverkehrskonzept beschlossen worden. Die Maßnahmen, die Schulwege sicherer machen, sind 2015 vorrangig umgesetzt worden. 
Im Auftrag der Stadt Isny entwickelte das Kölner Planungsbüro VIA 2012 und 2013 ein Radverkehrskonzept für Isny. Verkehrsplaner und Polizei, Vertreter des örtlichen Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der Elternbeiräte, des Stadtseniorenrates und von Isny Aktiv waren an der Entwicklung des Konzepts beteiligt. In zwei Planungswerkstätten wurde zudem die Isnyer Bevölkerung eingebunden. Im Dezember 2013 beschloss der Gemeinderat einstimmig die Umsetzung des Konzepts.  
Aufpflasterungen und Rotmarkierungen von Radfurten, Markierung von Schutzstreifen, geteilte Querungshilfen und die Ausweisung von Fahrradstraßen. haben alle ein Ziel: das Schulwegenetz sicherer zu machen.
„Durch die Schutzstreifen am Rande der Fahrbahnen erreichen wir außer der klaren Steuerung der Radfahrer auch optisch eine Verengung der Fahrbahn. Dadurch fahren die Autofahrer langsamer und das führt zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit“, freut sich Bürgermeister Rainer Magenreuter.    

Was wurde warum gemacht?

Warum gibt es Schutzstreifen auf Straßen, wo schon Radwege vorhanden sind 
Isny verfügt über keine echten Radwege sondern ausschließlich über kombinierte Fuß- und Radwege oder Fußwege mit dem Zusatz „Radfahrer frei“. Das bedeutet nach der StVO, Radfahrer müssen Schrittgeschwindigkeit fahren und auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Für schnelle Radler, wie Pendler oder ältere Schüler, ist daher ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn sinnvoller. Der Radler kann darauf so schnell fahren wie er will und ist gleichzeitig sicherer, weil er an Einmündungen von Kraftfahrzeuglenkern besser gesehen wird. Zudem werden so Konflikte mit Fußgängern vermieden. Am Achener Weg (Gewerbegebiet) wurden beispielsweise versetzt Schutzstreifen (gestrichelte Linie) auf der Fahrbahn aufgebracht. Denn auch dieser Zweirichtungs-Radweg ist nur Fußweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“. Auf Straßen mit Schutzstreifen, auch wenn sie in beiden Richtungen markiert sind, gilt jedoch immer das Rechtsfahrgebot. Sowohl der ADAC als auch der ADFC befürworten, dass zügige Radfahrer auf den Fahrbahnen fahren.  

Schutzstreifen, Radstreifen und Fahrradpiktogramme
Schutzstreifen sind mit unterbrochenen Leitlinien am rechten Fahrbahnrand markierte Spuren für den Radverkehr. Sie dürfen bei Bedarf von anderen Fahrzeugen überfahren werden, wenn dabei Radfahrer nicht gefährdet werden. Schutzstreifen werden markiert, wenn die Fahrbahn zu schmal für eigenständige Radfahrstreifen ist. Radfahrstreifen sind mit durchgehendem breitem Strich gekennzeichnet und dürfen von anderen Fahrzeugen nicht überfahren werden. Radfahrstreifen gibt es beispielsweise in der Maierhöfener Straße und der Neutrauchburger Straße. Der Schutzstreifen für den Radverkehr ist in regelmäßigen Abständen mit dem Sinnbild „Radverkehr“ (Piktogramm) auf der Fahrbahn gekennzeichnet. Schutzstreifen wurden im Verlauf der CD-Spange (außer auf der Unteren Achstraße), von der Bahnhofstraße bis zur Wilhelm-Heck-Straße markiert, ebenso im Achener Weg, in der Leutkircher Straße und in der Lindauer Straße. Weil die Untere Achstraße zu schmal ist, wurden nur Piktogramme aufgebracht. Schutzstreifen und Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn erinnern Autofahrer daran, dass auch Radler auf der Straße sind. Die Schutzstreifen verengen die Fahrbahn außerdem und tragen so zusätzlich zur Verringerung der Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs bei. Auf Straßen mit Schutzstreifen, auch wenn sie in beiden Richtungen markiert sind, gilt jedoch immer das Rechtsfahrgebot.

 

 

Querungshilfen
Eine kompakte Mittelinsel, mit erhöhter Pflasterung und einem mittigen Überweg als Querungshilfe, wurde in der Lindauer Straße auf Höhe von McDonalds gebaut. Sie kommt hauptsächlich Fußgängern zugute. An Kreuzungen jedoch sind diese sogenannten kompakten Mittelinseln meist so weit von der querenden Straße versetzt, dass sie für den Radverkehr nicht mehr attraktiv sind. Dieses Problem wird durch sogenannte „geteilte Querungshilfen“ vermieden. Zwei Mittelinseln vor und nach der Kreuzung mit jeweils einer Warntafel werden durch Markierungen verbunden. Diese Markierungen ergeben eine 2,50 Meter breite Aufstellfläche zwischen den Fahrbahnen. So kann der Radfahrer die Fahrbahnen nacheinander überqueren und muss sich jeweils nur in einer Richtung auf den laufenden Verkehr einstellen. Zwei geteilte Querungshilfen wurden in der Maierhöfener Straße gebaut, eine in der Lindauer Straße am General-Moser-Weg und eine an der Kreuzung Wilhelm-Heck-Straße und Rainstraße.   

Fahrradstraßen
Eine Fahrradstraße ist eine ausdrücklich für Radfahrer vorgesehene Straße. Hier haben sie Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Andere Fahrzeuge dürfen diese Straßen benutzen, wenn sie mittels Zusatzschild zugelassen sind. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30. Allerdings müssen sich Autos und Motorräder dem Tempo des Radverkehrs anpassen. Radfahrer dürfen auf keinen Fall behindert oder gefährdet werden. Rechte und Pflichten der Radler auf der Fahrradstraße: Sie dürfen ausdrücklich nebeneinander fahren. Die Gehwege gehören den Fußgängern. Kinder unter acht Jahren müssen auch in der Fahrradstraße auf dem Gehweg fahren. Es gilt rechts vor links, wenn nichts anderes angegeben. Autos und Motorräder dürfen Radfahrer überholen, wenn ein seitlicher Sicherheitsabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann.
Außer mehr Sicherheit für Radler haben Fahrradstraßen noch mehr Vorteile: Sie sind leiser und gesünder für Anwohner, sie entschleunigen den Verkehr und sie motivieren zum Radfahren.
Als Fahrradstraßen wurden in Isny die Kastellstraße ab Vorstadtadler in Richtung Kleinhaslach, der General-Moser-Weg, die Schützenstraße und die Rainstraße ausgewiesen. Elternbeiräte und Lehrer hatten immer wieder auf die Gefahren für Radfahrer in diesen Straßen hingewiesen. Im Radverkehrskonzept wurde mit den Fahrradstraßen darauf reagiert.

Radwegfurten
Auf abgesetzten Radwegen fühlen sich viele Radfahrer zwar vermeintlich sicherer, die Gefahr von Unfällen an Einmündungen ist jedoch höher. Wenn Geh- und Radwege an Einmündungen über eine Seitenstraße führen, sind Radler besonders gefährdet. Ein- und abbiegende Autofahrer – erst recht, wenn sie zügig unterwegs sind - übersehen querende Radler leicht. Das ist häufige Unfallursache, besonders auf einseitigen Radwegen, auf denen in beide Richtungen gefahren werden darf. An Radwegen entlang von vorfahrtberechtigten Straßen wurden deshalb rote Furtmarkierungen angebracht. Auf Zweirichtungsradwegen und an besonders unfallträchtigen Stellen sind Radfurten deshalb zusätzlich angehoben worden. Das erhöht die Aufmerksamkeit des Kraftfahrzeugführers und führt zu langsamerem Fahren. Angehoben wurde der Radweg entlang der CD-Spange an den Einmündungen des Rotenbacher Wegs, der Bahnhofstraße, der Unteren Achstraße, des Unteren Grabenwegs am Kurhaus, des Känerwegs und des Schützenwegs.